Projekte in TibetDie Tsoknyi Nonnen von NangchenErhaltung einer Weisheitskultur Eine Tradition gelebter weiblicher Spiritualität „Liebe und Mitgefühl sind kein Luxus, sondern Notwendigkeiten. Ohne sie kann die Menschheit nicht überleben.“ Seine Heiligkeit, der 14. Dalai Lama Nangchen, Ost-Tibet – Heimat von YoginisIn der abgeschiedenen Weite der Berge von Nangchen in Osttibet existiert eine weltweit einzigartige weibliche spirituelle Linie, die von über 2000 Nonnen und Yoginis (verwirklichte Praktizierende) gelebt, bewahrt und fortgeführt wird. Viele dieser Frauen haben über 50 Jahre in strenger spiritueller Klausur verbracht. Die Tsoknyi Nonnen von Nangchen werden in ganz Tibet auch von grossen tibetischen buddhistischen Meisterinnen und Meister für ihre tiefgründige yogische Praxis und Meditation geschätzt. Wer diesen Frauen begegnet, ist unmittelbar berührt von ihrem inneren Frieden, ihrer liebevollen Ausstrahlung und ihrem Mitgefühl. Geschichte und VisionDer erste Tsoknyi Rinpoche, ein tibetischer Meditationsmeister des 19. Jahrhunderts, machte es sich zur Aufgabe, Frauen, die sich zum Klosterleben berufen fühlten, die gleichen Möglichkeiten für Praxis und Studium zu bieten wie Männern. Er war überzeugt, dass Frauen unter geeigneten Bedingungen die spirituelle Praxis in herausragender Weise meistern würden.
Seine Vision bestätigt sich bis in unsere Zeit. Die Tsoknyi Nangchen Nonnen, ihre weibliche Übertragungslinie und ihre der spirituellen Entfaltung gewidmeten Lebensweise sind heute weltweit einzigartig. Durch die Zerstörung ihrer Klöster während der Kulturrevolution verloren Tausende Nonnen nicht nur ihre Existenzgrundlage, sondern auch ihr Leben. Die wenigen verbliebenen Nonnen flüchteten in die Berge; die Tradition drohte verloren zu gehen. In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts kehrten einige Überlebende zurück und bauten ihre Klöster von Hand und mit einfachsten Mitteln wieder auf. Unter extrem schwierigen physischen Bedingungen sind diese Yoginis bis heute mutig darum bemüht, ihr spirituelles und kulturelles Erbe an die nächste Generation weiterzugeben. Die Nonnen und Meisterinnen der Tsoknyi LinieMehr als 2000 Nonnen der Tsoknyi Linie praktizieren heute in den 26 bestehenden Klöstern in Nangchen. Das intensive Studiensystem umfasst eine drei- oder neunjährige Klausur. Zahlreiche Nonnen haben sich für das lebenslange Schweigegelübde entschieden. Viele von ihnen sind Meisterinnen komplexer yogischer Meditationspraktiken. Diese gehören zu den ältesten Schätzen der weiblichen tibetischen Weisheitslinien.
Drubwang Tsoknyi Rinpoche, der dritte seiner Linie, setzt heute die ursprüngliche Vision des ersten Tsoknyi Rinpoche um und erweitert diese durch die Ausbildung einer neuen Generation von Nonnen und durch die Förderung und Berufung von Lehrerinnen. Viele dieser weiblichen Gelehrten werden heute aufgrund ihres Wissens und ihrer Praxis gebeten, in anderen Klöstern Osttibets zu lehren. Darüber hinaus stehen diese Nonnen und Yoginis in den umliegenden Dörfern den Bewohnern der umliegenden Dörfer auch mit Rat und Gebet zur Seite. Sie führen religiöse Rituale durch und sind Ansprechpartnerinnen bei Krankheit und Tod. Sie helfen durch ihre Fähigkeiten in den Bereichen Medizin, Bildung und Baukunst und setzen so ihre spirituelle Praxis ins tägliche Leben um. Seit ihrer Rückkehr in ihr angestammtes Gebiet in Nangchen wandelt sich auch deutlich das Zusammenleben der Menschen in den dörflichen Gemeinschaften rund um die Nonnenklöster. Die innere Haltung von Herzensgüte, Zufriedenheit und Lebensfreude hat sich auf natürliche Weise auf die Bevölkerung übertragen. Ein persönlicher Brief von Drubwang Tsoknyi Rinpoche„Der erste Tsoknyi Rinpoche begann vor mehr als einem Jahrhundert mit der Tradition der Nangchen Nonnen in Osttibet. Ich dachte, sie wären aufgrund der Zerstörungen der Kulturrevolution verschwunden und bedauerte zutiefst, dass mir die Gelegenheit, Zeit mit ihnen zu verbringen, nicht gegeben war. Auf meiner ersten Reise nach Tibet jedoch erkannte ich, dass diese spirituelle Tradition durch die Güte und Weisheit der älteren Nonnen am Leben geblieben war und jetzt in der Generation junger Frauen Wurzeln schlägt. Doch diese Frauen brauchten Unterstützung. Ich entschied mich, die Verantwortung für die Bewahrung dieser Tradition zu übernehmen. Es ist mein Herzenswunsch, dass diese verwirklichten weiblichen Praktizierenden in Zusammenarbeit mit mir im Westen ihr Wissen weitergeben können. Diese Frauen verkörpern einen unglaublichen Reichtum an Liebe, Mitgefühl und der Weisheit des Buddhismus in seiner weiblichen Form. Das erachte ich als sehr kostbar. Wenn das Licht dieser Tradition von der Erde verschwunden ist, werden auch die Wärme und der Segen der lebendigen Tradition dieser Frauen, deren Zeugen wir sind, für immer verschwunden sein. Selbst wenn uns die Texte noch bleiben.“ Drubwang Tsoknyi Rinpoche
Eine einzigartige kulturelle und spirituelle Tradition schützen„Um anderen wirklich zu helfen, braucht es unsere Liebe, unser Mitgefühl und unsere Güte – die Essenz der menschlichen Werte. Auf diese Weise zu geben, schafft auch eine Verbindung zu unserem eigenen Wohlergehen, weil wir dadurch zu einem Teil der aussergewöhnlichen Taten werden, die grosse Praktizierende jeden Tag zum Wohle aller fühlenden Wesen vollbringen.“ Drubwang Tsoknyi Rinpoche
In der heutigen Zeit ist das traditionelle System zur Unterstützung der Grundbedürfnisse der Nonnen durch ihre Familien nicht mehr gegeben. Daher fehlen selbst die einfachsten Dinge wie Lebensmittel, eine verlässliche Wasserversorgung, Kleidung, Medizin, Baumaterialien. Viele Nonnen mussten deshalb in den letzten Jahren aus materieller Not ihre spirituelle Praxis aufgeben und in den Städten Arbeit suchen. Die Lebenssituation der Nonnen in Nangchen braucht unsere Hilfe von aussen. Direkte Hilfe und verbesserte Bedingungen werden in folgenden Bereichen benötigt:
Zwischen dem Einsiedler, der in den Bergen meditiert, und dem Gönner, der für seinen Unterhalt sorgt, besteht eine Verbindung, die sie gemeinsam zur Erleuchtung führen wird. Die Widmung des Verdienstes ist das Herz dieser Verbindung. Jetsün Milarepa
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Mehr über die Tsoknyi Nonnen von Nangchen erfahren Sie im DVD-Film "Blessings".
Klicken Sie hier, um sich den Trailer zum Film anzuschauen.
Tsechu GonpaTsoknyi Rinpoche half beim Aufbau einer Küche und eines Speisesaales in Tsechu Gonpa (das Kloster seines letzten Lehrers, Adeu Rinpoche) und er sorgt für die Ernährung von etwa 150 Mönchen, die dort praktizieren. Er war außerdem beim Aufbau der neuen Shedra (Institut für höhere buddhistische Studien) behilflich und stellte die finanzielle Unterstützung der zwei ansässigen Khenpos (Professoren für buddhistische Studien) bereit.
Erster und zweiter Tsoknyi TempelRinpoche hat unlängst auf Wunsch seines Lehrers mit dem Wiederaufbau des ersten und zweiten historischen Tsoknyi Tempels begonnen.
Lachab GonpaRinpoche sorgt für die Versorgung von 30 Studenten in der Shedra von Lachab Gonpa, dem Sitz seines Vaters Tulku Urgyen Rinpoche. |



